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Bebenserie erschüttert erneut Japan

in News Inland/ Ausland 21.04.2011 20:37
von Gast (gelöscht)
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In Japan hat es erneut mehrere starke Erdbeben gegeben. Die Erdstöße erreichten eine Stärke von bis zu 6,1. Die Umgebung des AKW Fukushima haben die Behörden derweil zum Sperrgebiet gemacht.

Eine Serie von Erdbeben hat am Donnerstag erneut die Nordostküste Japans erschüttert. Das heftigste erreichte eine Stärke von 6,1, wie es auf der Internetseite der US-Erdbebenwarte hieß. Das Epizentrum lag etwa 60 Kilometer östlich von Tokio. Zuvor waren bereits vier Beben vor der Ostküste der Hauptinsel Honshu registriert worden. Sie erreichten Stärken von 5,0 bis 6,0.

Die japanische Regierung hat unterdessen mit Blick auf die Atomkatastrophe in Fukushima einen neuen Grenzwert für die Strahlenbelastung an Schulen festgelegt. Wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete, dürfen Schulen und Spielplätze benutzt werden, solange die Strahlendosis unter freiem Himmel nicht mehr als 3,8 Mikrosievert pro Stunde beträgt. Rund um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima richtete die Regierung zudem eine offizielle Sperrzone mit einem Radius von 20 Kilometern ein.
Gleicher Grenzwert für Erwachsene und Kinder

Wenn sich ein Mensch bei dem festgelegten Strahlenwert jeden Tag acht Stunden lang draußen aufhält, beläuft sich die insgesamt über den Zeitraum eines Jahres angesammelte Radioaktivität nach Regierungsangaben auf rund 20 Millisievert. Der Grenzwert wurde unter der Bedingung festgelegt, dass fortwährend gemessen wird, hieß es. Nach Angaben des Erziehungsministeriums entspricht der festgelegte Wert den Bestimmungen der International Commission on Radiological Protection, die bei einem Atomunfall eine jährliche Strahlendosis von bis zu 20 Millisievert sowohl für Erwachsene als auch für Kinder zulässt. Kinder reagieren allerdings viel empfindlicher auf eine Strahlenbelastung als Erwachsene.

Das Münchner Institut für Strahlenschutz am Helmholtz Zentrum bewertete die Einstufung dennoch positiv. Japan habe sich an den Werten orientiert, die von der internationalen Strahlenschutzorganisation empfohlen werden - und sogar noch vorsichtigere Zahlen festgelegt. "Der Grenzwert wurde niedriger eingestuft, als es in Deutschland für den Katastrophenfall vorgesehen wäre", sagte Christoph Hoeschen, Leiter der Abteilung Medizinische Strahlenforschung und Diagnostik.
Nur noch in Schutzkleidung in die Sperrzone

Japans Ministerpräsident Naoto Kan erklärte bei einem Besuch in der Provinz Fukushima die Region um das AKW zum Sperrgebiet, das niemand ohne staatliche Genehmigung betreten dürfe. Die 20-Kilometer-Zone um das AKW galt zwar schon zuvor als Evakuierungszone - es gab jedoch kein Verbot, es zu betreten. Die Sperrzonen-Regelung sollte am Donnerstag um Mitternacht in Kraft treten. Etwa 80.000 ehemalige Bewohner, die das Erdbeben und den Tsunami vom 11. März überlebt haben, sind davon betroffen.

Immer wieder waren Flüchtlinge trotz der akuten Gefahr durch radioaktive Strahlen auf eigene Faust in ihre Wohngebiete zurückgekehrt, um Habseligkeiten zu holen. Das wird jetzt nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung unter Auflagen möglich sein. So ist es nur einer Person pro Haushalt erlaubt, das Gebiet für etwa zwei Stunden zu betreten. Die Menschen müssen dabei Schutzkleidung und ein Dosimeter tragen, erklärte Regierungssprecher Yukio Edano. Sie sollen in Gruppen mit Bussen ins Sperrgebiet gebracht werden. Dies gilt allerdings nicht für Menschen, deren Wohnungen in einem Umkreis von drei Kilometern um das AKW liegen. Sie dürfen dieses Gebiet überhaupt nicht mehr betreten.

Quelle


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