Igeln durch den Winter helfen
Der Igel. Genauer gesagt: Der Europäische Braunbrustigel.
In der Abenddämmerung kündigt er sich im Garten oft mit Rascheln, lautem Schmatzen oder dem typischen Schnaufen an:
Der Igel ist ein nachtaktiver Einzelgänger, der häufig längere Zeit ein Revier bewohnt.
Tagsüber versteckt er sich unter Sträuchern oder in Laubhaufen, in der Dämmerung geht er auf Futtersuche.
Igel fühlen sich in Landschaften mit Hecken und Feldgehölzen sowie an Waldrändern, auf Brachflächen und in lichten Mischwäldern wohl. Und sie scheuen auch menschliche Umgebung nicht.
So läuft einem auch im Garten, auf Streuobstwiesen oder in Parks öfter mal ein Igel über den Weg.
Droht Gefahr, rollt sich das Tier zusammen und streckt dem Angreifer seine mehr als 5.000 Stacheln entgegen. Leider hilft das nicht gegen herannahende Autos, und so fallen jedes Jahr über 500.000 Igel dem Straßenverkehr zum Opfer. Auch finden Igel immer weniger Rückzugsmöglichkeiten – vor allem für den Winterschlaf. Grund genug dem kleinen Stacheltier im Garten eine Bleibe für den Winter anzubieten.
Ab Mitte November halten Igel Winterschlaf. Alle Körperfunktionen werden dann zurückgefahren:
Die Körpertemperatur sinkt auf 6 Grad Celsius, das Herz schlägt langsamer. In den Wochen vorher fressen sie sich eine Fettschicht als Kälteschutz und Nahrungsreserve an. Auf seiner Speisekarte stehen Nüsse, Beeren und Fallobst, Insekten, Asseln, Würmer und Schnecken, Eier und kleine Wirbeltiere wie beispielsweise junge Mäuse.
So fühlt sich der Igel im Winter wohl
Für den Winterschlaf braucht der Igel ein frostfreies Versteck. Dafür eigenen sich Kompost-,
Laub- und Reisighaufen oder Holzstapel.
Im Herbst kann man die Igel durch abendliches Zufüttern mit Katzen- oder Hundefutter oder ungewürztem Rührei helfen, sich die notwendige Fettschicht für den Winter anzulegen. Wenn es friert oder schneit soll man die Zufütterung beenden, um die Igel nicht zu lange wach zu halten. Denn Nahrungsmangel ist ein wichtiger Auslöser für den Winterschlaf.
Wenn möglich, keine Igel im Haus überwintern lassen. Der Rhythmus ihres Winterschlafs wird dann gestört,
was für sie große Risiken birgt. Eine Ausnahme ist ein Igel, der selbst bei anhaltendem Bodenfrost oder Schnee noch nicht in Winterschlaf gefallen ist. Dann ist er wahrscheinlich durch Krankheit oder Untergewicht zu schwach für den Winterschlaf. In diesem Fall gibt es beim BUND und der Igel-Telefon-Hotline 01 80 / 55 55 95 51 von Pro Igel e.V. weitere Informationen.
Wenn alles gut geht, wachen die kleinen Gäste je nach Witterung im März oder April aus dem Winterschlaf, sobald die Temperatur im Nest auf über 15 Grad steigt. Dann suchen sie sich ein Revier und machen sich auf die Futtersuche. Denn im Winter haben sie mitunter 1/3 ihres Körpergewichtes verloren.
Der Igel-freundliche Garten
Ein naturnaher Garten mit heimischen Gehölzen, Stauden und Wildkräutern bietet in der Regel alles,
was ein Igel über das ganze Jahr hinweg braucht. So macht man Igeln das Leben leichter:
Durchgang zu anderen Gärten: Igel durchstreifen große Gebiete auf der Suche nach Nahrung.
Daher in Zäunen und Gartenmauern Durchschlüpfe lassen.
Kein Einsatz giftiger Chemikalien: Pflanzenschutzmittel töten Insekten, die der Igel als Nahrung braucht.
Einen Teil des Gartens nicht mähen: Zum Beispiel an den Gartenrändern, unter Gebüsch und Hecken die Wiese wachsen lassen. So finden Igel genug Insekten und Regenwürmer.
Einheimische Pflanzen kultivieren: Sie bilden auch die Lebensgrundlage für vielerlei einheimische Insekten,
die Vögeln und Igeln als Nahrung dienen.
Auch im Sommer verstecken sich Igel tagsüber in Unterschlüpfen wie dichten Hecken, Gebüsch, Reisig-,
Laub- und Komposthaufen, Holzstapeln oder sonstigen Hohlräumen.
Igelnester mit Jungen ungestört lassen, Hunde fernhalten.
Wasserstellen einrichten: Ein kleiner Gartenteich mit flach auslaufendem Uferbereich oder Wasserschalen können in trockenen Sommern Igel vor dem Verdursten bewahren.
Stehen keine naturnahen Unterschlupfmöglichkeiten zur Verfügung, ziehen Igel auch in Igeläuser ein,
die man selber bauen oder in Zoohandlungen und Gartencentern kaufen.
Steile Schächte abdecken, Vorsicht beim Rasenmähen und beim Gartenfeuer.
Quellen: BUND, Hausgarten, Pro Igel e.V.